Sehenswürdigkeiten und Tipps für einen Stadtrundgang durch Templin.
Die historische Altstadt von Templin liegt im Landkreis Uckermark, inmitten idyllischer Seen und ausgedehnter Wälder. Die Stadt gehört zur Route der 31 historischen Stadtkerne von Brandenburg.
Dich erwartet hier ein schönes Rathaus, eine Stadtmauer, ein historischer Stadtkern und gut erhaltene Stadttore.
In diesem Beitrag zeige ich dir die sehenswerten Orte in Templin und gebe dir Tipps für deinen Stadtrundgang.
📋 Inhaltsverzeichnis
- Ein wenig Geschichte
- Welchen Sehenswürdigkeiten gibt es in Templin • meine Favoriten
- Sehenswürdigkeiten in Templin
- Fachwerkhäuser in Templin
- Templin kulinarisch
- Kurzinfos & Reisetipps für Templin
| 👆🏻In Vlog 223 nehme ich euch mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Templin. |
Ein wenig Geschichte
| Der Name Templin bezieht sich auf die Lage und bedeutet Hügel, am Wasser gelegen oder vom Wasser umgeben. An der Stelle der heutigen Schleuse befand sich vor der Stadtgründung ein natürlicher Damm, über den die damals recht sumpfige, schwer passierbare Gegend durchquert werden konnte und der dazu führte, dass sich hier zwei Handelsstraßen kreuzten, die Teil des mittelalterlichen Straßennetzes der Via Regia waren. Die ersten Siedler Templins kamen aus dem Harz und der Altmark. 1270 wird Templin erstmals urkundlich erwähnt. |
Welchen Sehenswürdigkeiten gibt es in Templin • meine Favoriten
- Stadttore und Stadtmauer erkunden
- Mühlentor
- Berliner Tor
- Prenzlauer Tor
- Eulenturm und Pulverturm
- die Wieckhäuser von Templin sind besonders
- Museum für Stadtgeschichte besuchen
- Rathaus und Marktplatz
- älteste Fachwerkhäuser von Templin angucken
- Grab der Friederike Krüger besuchen
- Maria Magdalenen Kirche
- St. Georgenkapelle Templin
Sehenswürdigkeiten in Templin
Mühlentor
Ich starte vom Wohnmobil Stellplatz aus. Dieser liegt direkt am Mühlentor, dem ältesten der 3 Stadttore welches auch das kleinste ist. Hier befindet sich die Schleuse von Templin.
Der Name Mühlentor weist darauf hin, dass bereits seit der Gründung Templins im Bereich des Vortors Mühlenanlagen bestanden. Eine letzte Getreidemühle wurde dort noch bis 1990 betrieben.
Zur Stadtseite kannst du am Tor ein Plattenfries mit Palmettenornament sehen. Es wurde nach dem Vorbild der Klosterkirche zu Chorin gestaltet.


| Vom Mühlentor aus folge ich der Stadtmauer Richtung Westen. Vor 1300 gab es hier nur einen Palisadenzaun als Schutz. In Templin kann man zwischen dem Stadtmauerrundweg und dem Archäologischen Stadtrundgang wählen. Ich entscheide mich für die Stadtmauer denn diese gilt als die wohl schönste Stadtbefestigung im norddeutschen Raum. Im ersten Abschnitt ist die Stadtmauer weniger spektakulär, der schöne Teil beginnt erst im Süden. Daher mache ich vorerst einen Abstecher zum Marktplatz. |
Marktplatz Templin
Der Templiner Marktplatz wurde im 13. Jahrhundert an der Kreuzung wichtiger mittelalterlicher Handelsstraßen als Handelsplatz angelegt. Hier konzentrierte sich das gesamte Stadtleben.
Seine heutige Anlage erhielt er nach dem letzten großen Stadtbrand von 1735.
Rathaus Templin
Natürlich bin ich wegen des schönen Rathauses zum Markt gelaufen.
Alte Kellergewölbe weisen auf das Vorhandensein früherer Rathäuser an diesem Platz hin. Doch auch in Templin haben Stadtbrände viel zerstört, letztmalig 1735.
Das heutige Rathaus wurde 1751 eingeweiht und ist ein richtiges Schmuckstück.
Im Untergeschoss findest du die Tourist Info von Templin.
| Tourist Info Templin Adresse: Am Markt 19, 17268 Templin Die Öffnungszeiten erfährst du auf der Homepage. Im Winter ist Sonntags geschlossen. In der Tourist Info findest du neben Informationen auch regionale Produkte. Ich kam mal wieder an den handgesiedeten Seifen nicht vorbei. |


Die ältesten Fachwerkhäuser von Templin
Auch in Templin folgte nach den zahlreichen Stadtbränden die Anordnung, nur noch traufständige Fachwerkhäuser zu bauen.
Wenn du Fachwerk magst, dann wird die Templin sehr gefallen. Die Straßen der Altstadt sind gesäumt von zahlreichen schönen Fachwerkbauten.
Ganz besonders in der Rühlstraße, denn hier findest du ein paar wenige, die den Stadtbrand überlebten. Sie wurden ab 1735 erbaut. Es lohnt sich dort entlang zu schlendern. Außerdem bringt uns diese Straße zurück an die Stadtmauer.


Der Eulenturm zu Templin
Im 14. Jahrhundert baute man das halbrunde Wiekhaus an dieser Stelle zu einem Turm um. Es diente dann zum Schießpulver lagern und als Stadtgefängnis.
Siehst du die Naht im Mauerwerk? Hintergrund ist, dass der Eulenturm früher ein halbrundes Wiekhaus war und die andere Hälfte einfach angebaut wurde.
Dem Umstand, dass er auch als Gefängnis diente verdankt er seinen Zweitnamen, Hungerturm. Auch in Templin mussten die angehörigen für den Gefangenen sorgen. Hatte er keine und war die Stadtkasse leer, dann verhungerte auch mal einer der Insassen.
Zugleich diente der Turm als Beobachtungs- und Wehrturm, denn wegen des langen und stark gekrümmten Bogens zwischen Prenzlauer Tor und Berliner Tor war das Gelände im Südosten schwer zu überwachen.
Die Stadtmauer von Templin
Vom Eulenturm aus geht es für mich weiter an der Stadtmauer entlang.
Die Templiner Mauer war nach ihrer Fertigstellung 1.735 Meter lang. Ich kann dir diesen Abschnitt sehr empfehlen, es gibt viele Details zu entdecken.
Das 1,80 m tiefe und bis zu 2 m breite Fundament der beeindruckenden Mauer besteht aus ohne Mörtel geschichteten Feldsteinen. Die Steine sind in der 6-7 Meter hohen Mauer sorgfältig geschichtet. Eine Reihe von großen Steinen wurde mit einer Reihe faust- bis kopfgroßen Steinen ausgeglichen. Es gab keine Zinnen und keinen Wehrgang.
Die Mauer ist relativ glatt, die Steine sind vor Ort von Steinschlägern bearbeitet und dann in die Mauer eingesetzt worden. Was für ein handwerkliches Können.
Die besonderen Wieckhäuser von Templin
Die Wieckhauser kannst du im Bereich vom Eulenturm bis zum Prenzlauer Tor sehr gut erkennen. Es gibt noch 50 Wieckhäuser von ursprünglich 54.
Eine Besonderheit Templins ist die seltene halbrunde Form aller Wieken.
Zur Stadt hin sind zwei Absätze gebaut worden, die zur Auflage von Balkendecken dienen, von denen aus die Stadt verteidigt wurde.
Sie waren nur über Leitern erreichbar.
In den oberen Etagen befinden sich Schießscharten nach allen Seiten und nach unten, so dass es keine toten Winkel gab. Aus zwei der Wieken sind Rundtürme entstanden. Zum zweiten kommen wir noch.
Berliner Tor
Tipp: neben dem Berliner Tor fällt ein seltsam ausgehöhlter Stein in der Stadtmauer auf, ein Mahltrog aus der Bronzezeit, der als solcher nicht mehr gebraucht wurde und so die Mauer verstärkte.
Das Berliner Tor stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Bei der Instandsetzung der 1735 ausgebrannten Stadttore fand man zwei Musketenkugeln aus dem 30-jährigen Krieg und brachte sie zur Erinnerung an eine furchtbare Zeit in den Blendnischen an. Du kannst sie an der Außenseite des Tores sehen. Ab 1860 wurde das Tor als Kornspeicher genutzt. Daher auch der Erkeranbau mit Hebevorrichtung innen.
Das Grab der Friederike Krüger
Am Berliner Tor verlasse ich die Stadtmauer erneut und laufe zum nahen Friedhof. Hier gibt es das Grab der Friederike Krüger zu sehen.
Friederike verwandelte sich über Nacht in August Lübeck, um ihr Land gegen die Franzosen zu verteidigen. Sie wurde dem Infanterieregiment Nr. 9 Kolberg zugeteilt und diente als erste Frau in der preußischen Armee.
Erst als sie auf dem Schlachtfeld bei Dennewitz verwundet wurde stellte man ihr Geschlecht fest und so kam sie ins Lazarett nach Berlin. Genesen kehrte sie wieder zu ihrem Regiment zurück.
Nach dem Krieg wurde sie beim König eingeladen, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte. Beide lebten in Templin.
Die St. Georgenkapelle Templin
Von der Innenseite des Berliner Tores ist es nicht weit zum ältesten Gebäude Templins.
Die kleine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, in backsteingotischer Bauweise gebaut, wurde niemals völlig zerstört.
Hinein konnte ich leider nicht.


Der Pulverturm
Wieder am Berliner Tor laufe ich weiter an der Stadtmauer entlang zum Pulverturm.
Wie schon der Eulenturm entstand auch dieser Turm aus einem halbrunden Wiekhaus.
Wir sind jetzt am östlichen Teil der Mauer. Zwischendrin gibt es weitere Öffnungen, die aber erst später hinzukamen.
Prenzlauer Tor
Dieses Tor ist das jüngste der Stadt. Es besitzt neben dem Haupttor auch ein Vortor und einen Zwinger, den man noch gut erkennen kann.
Außerdem gibt es hier einen weiteren Eingang in die Stadt, der sogenannte Woldemar Durchgang. Da ist sie wieder, die Legende um den falschen Woldemar, den Markgrafen von Brandenburg.
Alle Städte die den falschen Woldemar in die Stadt ließen musste ihre Tore zumauern, so dass es nur einen kleinen meist zusätzlichen Eingang gab.
Museum für Stadtgeschichte Templin
Im Prenzlauer Tor ist das Museum für Stadtgeschichte untergebracht. Für eine Besuch hatte ich leider keine Zeit.
| Öffnungszeiten Museum: Dienstag bis Sonntag: 10:00 bis 16:00 Uhr Samstags, Sonntags und an Feiertagen ist das Museum zwischen 12:30 und 13:00 Uhr geschlossen. Eintritt: 4€ mit Führung 6€ |
Maria Magdalenen Kirche
Ich verlasse die Stadtmauer und laufe noch zur Maria Magdalenen Kirche, die leider geschlossen ist.
Sie steht auf den Fundamenten ihrer mittelalterlichen Vorgängerin von 1492 und somit auf dem ursprünglichen Begräbnisplatz der Stadt. 1735 brannte sie bis auf den Turmsockel und die Sakristei nieder.
14 Jahre dauerte der Wiederaufbau. König Friedrich II. setzte es durch, dass die Kirche 1749 wieder eingeweiht werden konnte. Daran erinnert ein Spruch am Seitenportal.
Fachwerkhäuser in Templin
Templin kulinarisch
Ich bin auf einen Kaffee im Altstadtcafé Templin am Markt eingekehrt. Die Kaffeekannensammlung ist beachtlich, das Ambiente hat mir gefallen. Der Kuchen war hausgemacht und lecker.


| Ein Rundgang durch Templin ist etwas für dich, wenn du Fachwerk und Stadtbefestigungen magst. Es gibt aber zusätzlich das Thermalsoleheilbad für die regnerischen Tage und die Möglichkeit für Aktivitäten auf dem Wasser. Mehr Städtetouren in Brandenburg findest du hier. |
Kurzinfos & Reisetipps für Templin
- Lage: Brandenburg, Landkreis Uckermark
- Tourist Info: Adresse: Am Markt 19, 17268 Templin
- Wohnmobilstellplatz: ja
- Website der Stadt Templin
- besucht am: 18. November 2024

| Wohnmobil Stellplatz Templin Der Platz liegt am Mühlentor, direkt am Wasser auf einem großen Parkplatz. Ich hab hier sehr ruhig und sehr gut geschlafen 5€/24h, zu zahlen mit einigen gängigen Apps. Es gibt V/E, allerdings ist das Grauwasser nur über einen Schlauch oder mittels eines Gefäßes zu entsorgen. Man kann nicht drüber fahren. Der Wasserhahn war abgestellt, was im November natürlich logisch ist. |

Ich bin Tina, Bloggerin, Autorin, YouTuberin. Seit Anfang 2024 lebe & arbeite ich im Fulltime Vanlife in meinem selbst ausgebauten Minicamper Tuesday, einem Citroen Berlingo. Zur Zeit bin ich auf einer Slow Travel Tour durch Deutschland & Europa. Ich besuche Altstädte, gerne mit Stadtmauern und Fachwerk, liebe Themenstraßen, Burgen, Schlösser, Gärten & Landschaftsparks. Mit meinen Guides kannst du die Touren leicht nach reisen.


















Ein Gedanke zu „Sehenswürdigkeiten in Templin: Entdeckungstour durch die Stadtgeschichte“