Altlandsberg • 12 Ausflugstipps • Stadtrundgang historische Stadtkerne Brandenburg

Von Angermünde fahre ich weiter in den brandenburgischen Landkreis Märkisch Oderland. Auch hier, östlich von Berlin, wartet noch eine weitere Stadt der Herbsttour historische Stadtkerne auf mich. Im im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnten Altlandsberg schauen wir uns die Schlosskellerruine, 2 Kirchen, Stadtmauer, Tortürme und das Scheunenviertel genauer an. Ich bin gespannt.

👆🏻 In Vlog 220 auf meinem YouTube Kanal nehme ich euch mit durch Altlandsberg. Welche Sehenswürdigkeiten warten dort auf mich?
Altlandsbergs war ein erst slawischer, dann deutscher Burgflecken namens Jabel. Daran erinnern noch die Jabelwiesen westlich des Altlandsberger Fließes.  

Der spätere Name könnte vom wettinischen Landsberg bei Halle übertragen worden sein. Man nimmt an, dass auch die Burg, die einst in Altlandsberg stand eine wettinische war.

Seit 1245 gehörte Altlandsberg dann zu den Askaniern.

Die Burg wurde bis ins 17. Jahrhundert den Rittern von Krummensee genutzt.
Berliner Torturm
Ich starte meinen Rundgang am Berliner Torturm. Der 18 Meter hohe, quadratische Feldsteinturm mit Mauern aus dem 13. Jh. und einem Pyramidenhelm kann bestiegen werden.

Hier blieben die anschließende Stadtmauer mit Wall- und Grabenanlagen in ihrer mittelalterlichen Ursprünglichkeit erhalten.  
Stadtmauer Altlandsberg
Die erhaltene Feldsteinmauer ist ca. 1,3 km lang. Sie war einst 16 Fuß hoch, hatte Rundtürme und ist über die Jahrhunderte in Teilbereichen erneuert worden.

Ab dem 17. Jh. wurden die umgebenden Wallanlagen zu Parks und Gärten umgestaltet.  

Die Pforten zu den Mauergärten durften die Bürger ab 1850 anlegen.

Ein Spazierweg führt außen an der Stadtmauer entlang.
Strausberger Torturm
Am Ende des Spazierwegs treffe ich auf den 22 Meter hohen, quadratischen Feldsteinturm aus dem 14. Jahrhundert mit einem Kegelspitzhelm.

Turm und Anbau von 1825 dienten einst als Gefängnis und Polizeistation.

Seit 1897 nisten Störche auf seiner Spitze. Er wird deshalb auch „Storchenturm“ genannt und ist seit 1947 Wappenmotiv der Stadt.  
Scheunenviertel Altlandberg
Am Storchenturm verlasse ich die Stadtmauer und mache einen Abstecher ins Scheunenviertel.

Es entstand durch Verbannung aller Scheunen aus der Stadt nach dem Großbrand 1684. Weitere Brände führten dazu, dass die Scheunen im 19.Jh. aus Backstein mit Ziegeldach erbaut wurden. 

Im Scheunenviertel soll Kunst, Kultur, Wohnen und Regionales angesiedelt werden. Bei meinem Besuch war allerdings alles geschlossen.
Armenhaus Altlandsberg
1830 wurde neben dem Strausberger Torturm ein Stück der Stadtmauer abgebrochen. An dieser Stelle entstand ein Armenquartier und Löschgerätehaus.

Heute ist es eine Gaststätte mit historischen Ambiente. 
An dieser Stelle setze ich meinen Spaziergang außen an der Stadtmauer fort.
http://www.armenhaus-altlandsberg.de
Gutshaus Altlandsberg
Es wurde 1882 als Wohn- und Amtssitz für den Gutsherrn der ehem. königlichen Domäne, Heinrich Schrader, errichtet. 
Heute ist es ein Ort für Veranstaltungen, Tagungen und Heimat der Bibliothek.  
Tourist Info Altlandsberg
In einem der alten Domänengebäude befindet sich die Tourist Info von Altlandsberg. Auch hier gibt es jede Menge regionale Köstlichkeiten und ein kleines Café, welches ich euch sehr empfehlen kann. Im Laden gibt es neben Informationen auch die eigene Biere und feine Brände aus dem angeschlossenen Brauhaus.

AdresseKrummenseestraße 1, 15345 Altlandsberg
Tourist Info Altlandberg
Schlosskellerruine Altlandberg
Die Ruine ist der Ort, wo einst die markgräfliche Burg stand, gefolgt vom Feldsteinschloss derer von Krummensee. Danach war sie der Nordflügel des Schwerin-Schlosses. Nachdem dies 1713 stillgelegt und 1757 abgebrannt war beseitigte man die Trümmer und baute einen Kornspeicher der neu entstandenen Domäne auf.

Genauer lief das so ab:

1654 übernahm der Reichsfreiherr Otto von Schwerin den Krummensee Besitz und ließ ein neues Schloss im holländischen Barock erbauen. Der spätere Preußens König Friedrich Wilhelm I. verbringt hier seine Kindheit.

Ab 1708 dient das Schloss dann als königliche Residenz von Preußenkönig Friedrich I. Bekannt für seinen ausschweifenden Lebensstil lässt er die Anlage noch einmal erweitern.

1713 endet diese Zeit. Sein Nachfolger und Sohn Friedrich Wilhelm I. lässt das verhasste Schloss seines Vaters stilllegen. Der Domänebetrieb wird allerdings weiter geführt.

Heute kann man in die alten Kellerfundamente hineinsehen, sie begehen und erleben. Ein riesiges Bodendenkmal des einstigen Barockschlosses lässt die Dimensionen erahnen. Unten seht ihr ein Modell der Anlage.
Schlosskirche Altlandsberg
Die schöne Kirche war einst ein Teil des 1757 niedergebrannten Barockschlosses. Schon 1768 wurde sie auf dessen Grundmauern aus verbliebenen Steinen neu errichtet. 

Sie war lange Zeit Zentrum der 1662 vom Freiherrn Otto von Schwerin gegründeten Reformierten Gemeinde und ist heute ein beliebter Veranstaltungsort. 
https://www.schlossgut-altlandsberg.de/tagen-feiern/schlosskirche/
Brauhaus Altlandsberg
Im alten Brau- und Brennhaus wurde seit 1659 Bier gebraut. Das Brennen von Schnaps ist seit 1772 dokumentiert. 

Heute kann man sich hier kulinarisch verwöhnen lassen und die besonderen Biersorten mit Blick auf den Schlosspark probieren.
https://www.schlossgut-altlandsberg.de/restaurant/
Stadtkirche Altlandsberg
Neben der Schlosskirche steht die ebenfalls sehr sehenswerte Stadtkirche.

Die dreischiffige Feldsteinbasilika wurde als Wehrkirche im 13. Jh. erbaut.

Anfang des 16. Jh. entstanden der Glockenturm, das Gewölbe und das alles überdeckende Dach.

Um 1720 erfolgte dann eine zweite Aufstockung des Turms für die Turmuhr. 1772 wurde der Pyramidenhelm aufgesetzt.
Stadtgeschichte Altlandsberg
Von der Stadtkirche aus führt die Kirchstraße direkt zum Markt. Hier steht eine sehr schön gestaltete Skulptur der Stadtgeschichte die es sich lohnt genauer zu betrachten.
Klosterstraße
Diese breiteste Straße der Stadt war im Mittelalter der Vieh- und Bauernmarkt.

1335 gründete der Wittelsbacher Markgraf Ludwig hier an der Hirtengasse ein Servitenkloster. Es bestand bis 1540, seine Bauten sind restlos verschwunden.  

Von hier aus gelange ich durch einen Durchgang in der Stadtmauer wieder nach außen zu den Wallanlagen und nach rechts zum Berliner Tor, meinem Startpunkt.
Wo habe ich mit dem Camper übernachtet?
Altlandsberg hat keinen Wohnmobil Stellplatz aber auf den riesigen Parkplatz an der Erlengrundhalle war das Übernachten kein Problem.

Zum Erlengrund 1, 15345 Altlandsberg

Der Parkplatz ist kostenlos, ohne V/E. Papierkörbe gibt es an der Sporthalle und über einen schmalen Wanderweg gelangt man schnell zum Ausgangspunkt Berliner Tor.
Fazit: Altlandsberg hat mir echt gut gefallen. Die beeindruckende Schlosskellerruine ist auf jeden Fall einen Besuch wert und auf dem Gelände der einstigen Domäne fühlt man sich als Tourist gut aufgehoben.
Ich hatte das Glück den Nachtwächter kennenzulernen und kann euch seine Führungen in der Dunkelheit empfehlen.
Besucht am: 5. November 2024

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