Drei historische Stadtkerne in Brandenburg fehlen mir noch. Einer davon ist Lenzen, gelegen im Landkreis Prignitz an der Elbe. Die Stadt befindet sich im äußersten Nordwesten Brandenburgs an der Grenze zu Mecklenburg Vorpommern und Niedersachsen. Was wir in Lenzen entdecken können ist eine Burg, viel Fachwerk, historische Orte und wunderschöne Natur.
| 👆🏻Im Vlog 222 Endecken wir die Stadt Lenzen und die nahe Umgebung. Ich freue mich auf eine weitere Fachwerkstadt in Brandenburg. |
| Geschichte Lenzen liegt im Vierländereck Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Erstmals erwähnt wurde es im Zusammenhang mit einer Schlacht 929. Heinrich I. der Sachsenkönig, der uns schon in Schloß Püchau in Mittelsachsen begegnet ist, konnte das Gebiet kurzzeitig erobern. Er besiegte den slawischen Stamm der Linonen, die hier ihre Fürstenburg hatten. Nach einigem Hin und Her gehörte der Ort und die slawische Burg dann ab 1219 den Markgrafen von Brandenburg. 1237 erhielt Lenzen das Stadtrecht. |
| Burg Lenzen Die Burg in Lenzen gilt als die älteste der Prignitz. Ihre Ursprünge gehen auf das erste Jahrtausend zurück. Der 24 m hohe Burgturm beherbergt eine Ausstellung und kann als Aussichtsturm bestiegen werden. (kostenpflichtig) Gleich am Eingang könnt ihr in der Burginfo Tickets erwerben und euch umfangreich über das Angebot kundig machen. Die Ausstellung lohnt sich. Für Fans von der Schlacht zu Lenzen (oben erwähnt), in der Ausstellung ist die komplette Schlacht nachgestellt. Ansonsten gibt es viele Funde aus der Umgebung und die Burggeschichte zu sehen. 1382 erwarben erstmals die von Quitzow die Burg. Auch ihre Geschichte wird in der Ausstellung beleuchtet. die Quitzows waren zu dieser Zeit gefürchtete Raubritter, die die Burg Lenzen als Ausgangspunkt für ihre Raubzüge nutzten. Das heutige Aussehen der Burg geht auf die Barockzeit zurück. Die letzte Eigentümerin schenkte die Burg dem BUND. Sie ist heute das europäische Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und die Besucherinformation des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Um die Burg herum wurde ein wunderschöner Garten angelegt, den es sich lohnt zu besuchen. Von alten Rosen über einen Naturlehrpfad, einem Teich auf dem man stehen kann, Sonnenliegen bis quakenden Fröschen ist dort alles zu finden. In der Burg ist außerdem ein Hotel ansässig, zu dem auch das Gästehaus in der ehemaligen Lenzener Schule gehört. |



| Vor der Burg Lenzen steht ein hübsche Figurengruppe mit Bronzefiguren zur Stadtgeschichte. Die Lenzener Narrenfreiheit des Malers und Bildhauers Bernd Streiter. Mit sieben Szenen werden Begebenheiten dargestellt: Eulenspiegel, Mist in den Gassen, Kunst des Schreibens, Baukunst, Sonntagsruhe, Rechtsprechung und Hochwasser. Die Figuren sind eine Bereicherung des Burgeingangs und halten viele Details und ein breites Interpretationsspektrum bereit. |
| Altstadt Lenzen Nach der Burg lohnt sich ein Spaziergang durch die Stadt. Hier könnt ihr richtig viele schöne Fachwerkhäuser sehen. Es sind nicht die Highlights, die man aus anderen Teilen Deutschlands kennt aber für Brandenburg ist es eine bemerkenswert gut erhaltene zusammenhängenden Fachwerkaltstadt. Das Deutsche Haus am Marktplatz stammt aus 1750 und das älteste Fachwerkwohnhaus von Lenzen findet ihr in der Seetorstraße 14. Es überstand auch den letzten großen Stadtbrand. |

| Im Hintergrund steht die St. Katharinen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. |
| Postmeilensäule Lenzen Der preußische Postmeilenstein der alten Hamburger Poststraße wurde 1803/04 am Marktplatz errichtet. Hier trafen die Hauptpostkurse von Berlin nach Lenzen und von Magdeburg nach Lenzen zusammen. Der Hauptpostkurs von Lenzen nach Hamburg wurde dann gemeinsam geführt. Die Meilensteine zeigten Postillion und Reisenden die Entfernung von einer preußischen Meile an. Eine preußische Meile betrug 7,53248 Kilometer. |

| Stadtmauer Lenzen Vom Markt aus laufe ich zum ehemaligen Bergtor, denn hier sind noch Reste der Stadtmauer erhalten. Um 1400 begannen die Bürger der Stadt Lenzen mit dem Bau der Stadtmauer. Die 3-4 Meter hohe Stadtbefestigung bestand aus Feldsteinen und aus Backsteinen. Ab 1700 verfiel die Stadtmauer und wurde abgerissen. |
| Stumpfer Turm Der Stumpfe Turm war der Torturm des Bergtors, einem der Lenzener Stadttore. An diesem sowie den anderen Toren, dem Seetor und dem Heidetor, wurde Zoll erhoben. Zum Stumpfen Turm gelangte man über zwei Brücken, über die Flut und den Stadtgraben jeweils mit Vortor und Zugbrücke. Am Turm war früher eine eiserne Elle als in der Stadt geltendes Längenmaß angebracht. An Markttagen wurden die Händler am Stumpfen Turm gestoppt und die zulässigen Maßangaben wurden überprüft. Bei Verstoß gegen die Regeln wurde die Ware einbehalten und an Arme verteilt. Außerdem wurde der Turm als Gefängnis genutzt. Die Insassen mussten von der Familie weiter ernährt werden. Das Bergtor wurde 1758 abgerissen, der Turm blieb erhalten. Nachdem das Dach des Turmes eingestürzt war, hieß der Turm fortan Stumpfer Turm. |

| Tourist Info Lenzen Ihr findet die Tourist Info im Stumpfen Turm. Adresse: Berliner Str. 7, 19309 Lenzen (Elbe) |

| Rathaus Lenzen Das erste Lenzener Bürgerhaus fiel dem Stadtbrand von 1558 zum Opfer. Alle Dokumente sollen dabei verbrannt sein. Das heutige Rathaus stammt von 1713. 1756 wurde eine Turmuhr in Auftrag gegeben, die als Besonderheit nur einen Zeiger aufweist, der lediglich die Stunden anzeigt. Heute gibt es nur noch wenige erhaltene Einzeigeruhren. Mein Stadtrundgang endet am Rathaus allerdings fahre ich noch ein Stück weiter nach Mellen. |

| Großsteingrab Mellen Das imposante Hünengrab in Mellen zeugt von einer weit verbreiteten Bestattungskultur der Jungsteinzeit. Ein kleiner Parkplatz ist direkt am Grab vorhanden. Ansonsten kann man auch an der Straße stehen. Noch heute ragen die Findlinge aus dem Boden und bilden eine 22 mal 8 Meter große Anlage. Es ist in der Prignitz das letzte erhaltende Großsteingrab und sehr beeindruckend. |

| Was kann man sonst noch in Lenzen entdecken? In Lenzen ist man direkt am Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe welches gut mit dem Rad oder zu Fuß erkundet werden kann. Ein Überbleibsel der innerdeutschen Grenzen ist ein Wachturm, der heute als Aussichtsturm genutzt wird. Neben dem Grab in Mellen könnt ihr den Rudower See erkunden oder die rötlichen Halme der Gräser im Rambower Moor bewundern. |
| Wo habe ich übernachte? Direkt an der Burg ist ein Parkplatz, den man im Herbst und Winter gut zum Übernachten nutzen kann. Caravan Stellplatz Haus am See dieser stadteigene Platz ist ganzjährig geöffnet und liegt am Rudower See. Die Nacht kostet 20€ inklusive Strom und Wasser. Im Winter ohne Versorgung. Adresse: Rekener Str. 1, 19309 Lenzen (Elbe) |
| Fazit Lenzen Mir hat Lenzen sehr gut gefallen. Die Burg war ein Highlight. Die Stadt mit ihren Fachwerkhäusern ist wunderschön. Es gibt einige Tafeln, die über die Geschichte informieren und auch wenn im Winter viel geschlossen hatte kann ich euch diesen Ausflug empfehlen. |
| Besucht am: 16. November 2024 |
